Fachtagung 2006

Netzwerk Lebenszyklusdaten - Datengrundlagen für die Innovationen von morgen

Unter diesem Titel lud das Netzwerk Lebenszyklusdaten am 23. Oktober 2006 zu einer Fachtagung im Rahmen des 3. Forums für Nachhaltigkeit des Bundesministeriums für Bil­dung und Forschung (BMBF) in das Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin ein. Im Rahmen der Fachtagung wurden die bisherigen Fortschritte des Netzwerks, aber auch die Ansprüche an seinen zukünftigen Ausbau diskutiert. Die 100 Teilnehmer repräsentierten Forschungseinrichtungen, Universitäten, Wirtschaftsverbände, Einzelunternehmen und Bundesministerien.

Die Beiträge der Partner des Netzwerks wurden eingeleitet durch den Vortrag eines Vertreters der europäischen Life Cycle Assessment Platform, in dem die Bedeutung nationaler Netzwerke im internationalen Kontext unterstrichen wurde. In drei Diskus­sions­foren wurde im Anschluss die Bedeutung von Lebenszyklusanalysen für die Bewertung aktueller Handlungsstrategien beleuchtet.

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Das Diskussionsforum zu Rohstoffen stellte das Recycling von Metallen als wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Rohstoffsicherung in den Mittelpunkt der Diskussion. Mo­delle der Stoffflüsse müssen realitätsnah sein und dynamische Entscheidungsprozesse für spezifische Produkte und Anwendungen unterstütz­ten. Das Diskussionsforum zum Bausektor stand für das gesellschaftliche Bedürfnisfelds Bauen und Woh­nen. Lebenszyklusanalysen bilden nicht nur die Basis für die Bewertung von Bauwerken sondern werden auch dazu genutzt den Beitrag einzelner Bauprodukte abzubilden. Die Anwendung von Lebenszyklusanalysen zur Unterstützung der Technologieentwicklung innerhalb der Industrie, speziell des Automobilsektors, stand im Mittelpunkt des dritten Diskussionsforums. Gezeigt wurde, dass mit diesem Instrument Potenziale zu einer ökologisch verträglichen und wirtschaftlich attraktiven Weiterentwicklung von Produkten erschlossen werden können.

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen der Teil­nehmer Lebenszyklusanalysen als zunehmend wichtiges Instrument der Entscheidungsun­terstützung gesehen werden und die Notwendigkeit für eine Qualitätssicherung der Datengrundlagen besteht, um richtungssichere Entscheidungen zur gewährleisten. Hierfür ist die Kommunikation zwischen Akteuren aus Wissenschaft und Pra­xis Voraussetzung. Das Netzwerk Lebenszyklusdaten unterstützte mit dieser Fachtagung den Austausch und wird als deutsche Plattform diese Kommunikation weiterhin unterstützen.

Hintergrund

Das Netzwerk Lebenszyklusdaten fördert Grundlagen und Anwendung von Lebenszyklusanalysen im Sinne der Ökobilanzierung, aber auch im Sinne von spezifischen Instrumenten wie beispielsweise der Umwelt-Produktdeklaration. Die Anwendung von Lebenszyklusanalysen in Innovationsprozessen unterstützt die zielgerichtete Gestaltung von Produkten, Komponenten und Systemen im Hinblick auf Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung, insbesondere die Verminderung von Ressourcenverbrauch und Umweltbelastung. Für eine richtungssichere und transparente Entscheidungsunterstützung von Anwendern in der Praxis ist eine gesicherte Datengrundlage die unabdingbare Voraussetzung. Das Netzwerk Lebenszyklusdaten baut eine deutsche Forschungs-Plattform aus Experten und Praktikern auf und entwickelt eine qualitätsgesicherte Datenbereitstellung. Hiermit soll die weitere Verbreitung von Lebenszyklusanalysen in unterschiedlichen Gestaltungsbereichen der nachhaltigen Entwicklung gefördert werden.

Ziel der Veranstaltung

Die diesjährige Veranstaltung zielte auf die Diskussion der strategischen Perspektive einer qualitätsgesicherten Datenbereitstellung als Basis richtungssicherer und transparenter Entscheidungen in unterschiedlichen Gestaltungsbereichen einer nachhaltigen Entwicklung. Akteure aus den Handlungsfeldern Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden eingeladen, sich - angeregt durch Impulsreferate - an thematischen Diskussionen zu beteiligen. Die Ergebnisse fließen in die konzeptionelle und organisatorische Weiterentwicklung des Netzwerks Lebenszyklusdaten ein.